Tief unter unseren Füßen ist die Erde das ganze Jahr über gleichmäßig warm – etwa 10 bis 15 Grad Celsius. Diese natürliche Wärme können wir nutzen, um Häuser zu heizen oder zu kühlen. Dazu bohren wir schmale Löcher (Erdwärmesonden) in den Boden, meist 60 bis 120 Meter tief. Durch diese Sonden fließt eine Flüssigkeit, die die Wärme aus der Erde aufnimmt und nach oben transportiert.
Eine Wärmepumpe hebt die Temperatur der Erdwärme auf das Niveau, das wir zum Heizen und für warmes Wasser brauchen. Das Tolle: Für 1 Kilowattstunde Strom liefert die Wärmepumpe etwa 6 Kilowattstunden Wärme. Das ist sehr effizient und spart viel Energie.
Im Sommer wird es in den Städten oft sehr heiß. Mit dem gleichen System können wir die Häuser auch kühlen. Dazu wird die Wärme aus den Wohnungen in den Boden zurückgeleitet. So bleibt es drinnen angenehm kühl, ohne eine teure Klimaanlage. Der Boden speichert die Sommerwärme und gibt sie im Winter wieder ab – ein cleverer Kreislauf.
Besonders in dicht bebauten Städten ist Platz knapp. Die Studie zeigt: Es gibt genug Flächen, zum Beispiel unter Gehsteigen, Parkstreifen, Straßen und Innenhöfen. Oft reichen schon wenige Quadratmeter. In einem Wiener Testgebiet mit Gründerzeithäusern könnten 61 % der benötigten Bohrungen unter öffentlichen Flächen wie Gehsteigen und Straßen gebaut werden.
Damit das System rund ums Jahr funktioniert, helfen zusätzliche Wärmequellen:
Sonnenwärme von Dach-Solaranlagen Abwärme aus Kühlschränken, Gewerben oder Wohnungen Im Sommer wird der Erdspeicher damit wieder aufgeladen. So bleibt die Erdwärme auch im Winter verfügbar.
Ja! Über 20 Jahre gerechnet kostet die Erdwärme-Heizung ungefähr gleich viel wie eine Gasheizung. Nach 20 Jahren ist sie sogar deutlich günstiger, weil die Betriebskosten niedriger sind. Dazu kommt die kostenlose Kühlung im Sommer – ein großer Vorteil bei immer heißeren Sommern.
Mit Erdwärme können Städte unabhängig von fossilen Energien wie Öl und Gas werden - und tun gleichzeitig etwas gegen die Hitze im Sommer.
Die Karte zeigt ein Gebiet im Stadtteil Osterfeuerberg in Bremen und hilft zu verstehen, wo Energie gespart und Wärme sinnvoll verteilt werden kann.
Die farbigen Flächen stellen jeweils Häuserblöcke dar. Ihre Farbe zeigt, wie viel Energie man durch Sanierungen (z. B. bessere Dämmung) einsparen könnte. Grüne Flächen bedeuten, dass dort schon relativ wenig Einsparpotenzial besteht – die Gebäude sind also eher effizient. Gelbe und orange Flächen zeigen mittlere Einsparmöglichkeiten. Rote Flächen weisen darauf hin, dass dort besonders viel Energie eingespart werden könnte, weil die Gebäude noch wenig effizient sind.
Die farbigen Linien entlang der Straßen zeigen den Wärmebedarf in diesem Bereich. Genauer gesagt: wie viel Wärme pro Meter Straße benötigt wird. Helle oder dünne Linien stehen für wenig Bedarf, kräftige Farben wie Orange oder Rot für einen hohen Bedarf. Straßen mit hohem Wärmebedarf sind besonders interessant für Fernwärmenetze, weil sich dort viele Gebäude gleichzeitig versorgen lassen.
Zusammengefasst zeigt die Karte also zwei Dinge gleichzeitig: Wo sich Sanierungen besonders lohnen (Flächen) und wo sich Wärmenetze gut ausbauen lassen (Linien).