Erdwärme

Initiative Erdwärme für Osterfeuerberg - Cluster der Genossenschaft ErdwärmeDich

Wer wir sind

Wir sind eine Gruppe von Osterfeuerberger Bürger:innen, die sich in der Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg gegründet hat und das Thema Erdwärme öffentlich bearbeitet. Organisiert werden unsere Treffen von einem Kern von fünf bis acht Personen. Der engere Interessentenkreis besteht derzeit aus rund 40 Personen – und wir werden gerne mehr!

Was wir wollen

Unser Ziel ist es, auf Dauer umweltschonend und kostengünstig zu heizen. Dabei sehen wir, dass die Gärten und Vorgärten in Osterfeuerberg in den meisten Fällen zu klein sind, um Luftwärmepumpen sinnvoll betreiben zu können. Gleichzeitig haben wir erfahren, dass eine Fernwärmeversorgung für Osterfeuerberg nicht vorgesehen ist. Deshalb wollen wir ein eigenes Nahwärme-Netz im Quartier prüfen und aufbauen – so wie es die Genossenschaft ErdwärmeDich in einem Pilotprojekt in der Humboldtstraße und demnächst auch in Walle in der Zietenstraße vorhat. Zu diesem Zweck haben wir uns bereits der Genossenschaft angeschlossen. Unser langfristiges Ziel ist eine Probebohrung für den Osterfeuerberg. Die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg dorthin sind eine ausreichende Anzahl von verbindlich Mitwirkenden sowie die Erfüllung aller Voraussetzungen für eine Antragstellung auf die erforderlichen Bundesmittel.

Was wir tun

Wir treffen uns regelmäßig in einem Orga-Kreis, um weitere Aktivitäten zu planen. Wir organisieren etwa sechsmal im Jahr einen Stammtisch, um aktuelle Neuigkeiten auszutauschen und Interessent:innen zusammenzubringen. Wir beschäftigen uns mit dem aktuellen Stand der Technik und den Ergebnissen des Pilotprojekts in der Humboldtstraße – zusammen mit einem Vertreter der Genossenschaft ErdwärmeDich und der kommunalen Beratungsstelle Energie Konsens. Wir sprechen an: Bürger:innen des Quartiers, interessierte Gewerbebetriebe und Wohnungsbauunternehmen sowie die Lokal- und Stadtpolitik, um Förderbedingungen zu verbessern.

Wie ist der Stand im Osterfeuerberg?

Aktuell zählen wir mehr als 40 stark interessierte Personen im gesamten Viertel. Weitaus mehr Menschen haben ihr Interesse vorsichtig bekundet, und zwei Unternehmen haben ebenfalls Interesse gezeigt. Darüber hinaus suchen wir nach Kontaktmöglichkeiten zu denjenigen Vermieter:innen, die nicht im Quartier wohnen.

Zeitliche Perspektive der Genossenschaft

Die Genehmigungsplanung für das Pilotprojekt in der Humboldtstraße läuft noch – dies warten wir ab (Stand: Sommer 2026). Bei optimistischer Sichtweise kann ein mögliches Nahwärme-Netz für den Osterfeuerberg mit mindestens 17 teilnehmenden und vertraglich gebundenen Haushalten in drei bis fünf Jahren entstehen.

Häufig gestellte Fragen zur Erdwärme

Warum Erdwärme nutzen in Osterfeuerberg? Geht das überhaupt?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und wurde am 1. Januar 2024 durch das Wärmeplanungsgesetz des Bundes verpflichtend eingeführt. Eine interaktive Karte, der Endbericht und die Planung für Bremen ist unter www.waermeplanung.bremen.de nachzulesen.

In der Wärmeplanung wird das Gebiet Osterfeuerberg als Prüfgebiet ausgewiesen, das heißt, zum Zeitpunkt des Abschlussberichtes (Februar 2026) wurde noch keine Wärmeversorgungsart zugeordnet. Da es keine Fernwärme geben wird, kommen nur andere Wärmeversorgungsarten in Frage. Private Wärmepumpen sind teuer. Aufgrund der engen Bebauung, der fehlenden oder zu kleinen Vorgärten, der Geräuschentwicklung und der alten Immobilien sind Luftwärmepumpen keine flächendeckende Lösung. Fossile Energieträger machen abhängig von internationalen politischen Entwicklungen und werden in Zukunft einer deutlichen Preissteigerung unterliegen.

Erdwärme kann von Privatpersonen durch Erdwärmesondenanlagen auf ihrem Grundstück genutzt werden. Jede Person kann über den Geologischen Dienst für Bremen (GDfB) – www.gdfb.de – erfahren, ob eine Geothermieanlage auf dem eigenen Grundstück grundsätzlich möglich ist. Die geologischen Verhältnisse in Osterfeuerberg sind dafür weitestgehend gut geeignet, müssen aber durch eine Probebohrung bestätigt werden. Private Geothermieanlagen können also auf dem eigenen Grund betrieben werden, sind aber in der Anschaffung in der Regel zu teuer und benötigen etwas Platz, so dass dies für die meisten Menschen in Osterfeuerberg keine Alternative darstellt.

Weiterführende Informationen:

Was ist Erdwärme?

Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist die natürliche Wärme, die in der Erde gespeichert wird. Sie ist eine klimafreundliche und erneuerbare Energiequelle. Mit ihr kann direkt vor Ort geheizt, gekühlt oder Strom erzeugt werden. Die Temperatur im Erdreich um Bremen nimmt mit der Tiefe im Mittel um 30 °C pro km zu. In einer Tiefe von 200 Metern herrschen ganzjährig 15–17 °C. Diese Wärme ist unerschöpflich, kostenlos und kann lokal genutzt werden.

Warum braucht es dazu die Beteiligung der Genossenschaft ErdwärmeDich eG?

Die Organisationsform der Genossenschaft sichert die Beteiligung und das Mitspracherecht der Bürgerinnen und Bürger, fördert die Akzeptanz und ermöglicht günstige, nachhaltige und stabile Wärmekosten, lokale Wertschöpfung sowie Unabhängigkeit von Großversorgern. Der Bund fördert durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) die Errichtung neuer Wärmenetzsysteme, die eine treibhausgasneutrale Wärmeinfrastruktur schaffen. Gefördert werden Machbarkeitsstudien für die Neuerrichtung von Wärmenetzen mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten sowie Investitions- und Betriebskosten für die Neuerrichtung von Wärmenetzen mit maximal 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.

Unternehmen, Kommunen, kommunale Eigenbetriebe, kommunale Unternehmen, kommunale Zweckverbände, eingetragene Vereine und eingetragene Genossenschaften können die Fördermittel beantragen, sofern sie die in der BEW genannten Anforderungen erfüllen. Die ErdwärmeDich Anergienetze eG kann die BEW-Förderung erhalten, alle nötigen Anträge stellen und das Projekt „Erdwärmecluster Osterfeuerberg" koordinieren.

Die ErdwärmeDich Genossenschaft ermöglicht allen Mitgliedern einen kostengünstigen Zugang zu Erdwärme und nutzt den öffentlichen Raum, wodurch Grundstücksrestriktionen beseitigt werden. Auch in Straßen mit Grundstücken ohne zugängliche private Bohrflächen ist eine Nutzung möglich. Jede*r kann, keine*r muss – es gibt keinen Anschlusszwang!

Genossenschaftliche Energieversorgung:

  • lebt durch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, ist solidarisch und gemeinschaftlich
  • wird bezahlt pro kW Heizlast, ist kalkulierbar, unabhängig und transparent
  • verfügt über eine optimale, effiziente Verwaltungsstruktur durch dezentrale, lokale Cluster mit einem gemeinsamen organisatorischen Dach
  • ist frei von Rendite-Interessen großer Konzerne

Siehe auch: Häufig gestellte Fragen auf erdwaermedich.de

Was macht die Genossenschaft ErdwärmeDich genau?

Die Genossenschaft ErdwärmeDich Anergienetze eG wird die Kosten für die Umstellung der Heizungen auf Erdwärme vorfinanzieren. Hierzu nutzt sie die Förderungen des Bundesprogramms für effiziente Wärmenetze (BEW-Programm). Durch den gemeinschaftlichen Ansatz in der Genossenschaft werden die Kosten für die Installation und den Betrieb eines Anergienetzes reduziert. So können deutlich mehr Erdsonden, Wärmepumpen und Verlegearbeiten gleichzeitig beauftragt werden, wodurch Mengenrabatte bei den Zulieferbetrieben zu erwarten sind. Die daraus entstehenden Kostenvorteile kommen allen Teilnehmenden zugute.

Was ist ein Anergienetz?

Anergienetze bzw. kalte Fernwärme sind eine technische Variante von Wärmeversorgungsnetzen. Sie arbeiten mit niedrigen Übertragungstemperaturen in der Nähe der Umgebungstemperatur und können daher sowohl Wärme als auch Kälte bereitstellen. Üblich sind Übertragungstemperaturen von ca. 10–25 °C. Damit arbeiten diese Systeme mit deutlich niedrigeren Temperaturen als herkömmliche Fern- oder Nahwärmesysteme. Dadurch können verschiedene Verbrauchsstellen unabhängig voneinander gleichzeitig heizen und kühlen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmenetzen erfolgt die Warmwassererzeugung und Gebäudeheizung nicht direkt über Wärmetauscher, sondern über Wasser-Wärmepumpen, die ihre Wärmeenergie aus dem Wärmenetz gewinnen. Die Kühlung kann entweder direkt über das Kaltwärmenetz oder indirekt über die Wärmepumpen erfolgen.

Quellen: geothermie.de – Lexikon Anergienetz, Wikipedia: Kalte Nahwärme

Wie viele Häuser braucht es für ein Anergienetz?

Ein lokal organisierter Zusammenschluss von Nachbarinnen und Nachbarn in einem Wohnquartier, um ein Anergienetz durch die Genossenschaft ErdwärmeDich zu betreiben, wird als lokaler „Cluster" bezeichnet. Um die anfallenden Kosten für die Installation und den Betrieb eines lokalen Anergienetzes über einen Zeitraum von 20 Jahren in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen zu halten, müssen sich mindestens 17 Eigenheime oder 100 Wohnungen zusammenschließen.

Wie tief muss gebohrt werden? Wie sieht ein Anergienetz aus?

Die Anzahl der Bohrungen hängt vom Wärmebedarf und dem Gestein ab. Oftmals gilt: Wenige tiefe Bohrungen sind besser als viele kurze Bohrungen. In Bremen wird im Schnitt von einer Bohrtiefe von etwa 200–300 m ausgegangen. Die Genossenschaft ErdwärmeDich beantragt und organisiert eine Probebohrung. Auf Basis der gewonnenen Daten kann anschließend ein genauer Plan zur Installation eines Anergienetzes erstellt werden.

Zwischen den mindestens 17 Bohrungen mit einem Durchmesser von ca. 140–160 mm (Bierdeckelgröße) müssen mindestens 6 m Abstand sein, angepeilt sind alle 10 m. Polyethylen-Kunststoffrohre, in denen eine Trägerflüssigkeit zum Wärmeaustausch zirkuliert, werden in die Bohrlöcher eingelassen, der verbleibende Hohlraum mit einem Füllmaterial mit möglichst guter Wärmeleitfähigkeit hinterfüllt und oberflächennah die Rohre zu einem Ringsystem verbunden. Bohrungen und Ringsysteme können auf öffentlichem Grund angelegt werden. Erdsonden, die auf öffentlichem Grund installiert werden, speisen das Netz, was effektiv ist, Ressourcen spart und Kosten senkt. Das ist bei einer privaten Geothermieanlage nicht möglich. An das Ringsystem kann dann jedes Haus angeschlossen werden.

Was ist dann in meinem Haus an Umbauten notwendig?

In jedem Haus, das das Anergienetz nutzen will, muss eine dem Bedarf des jeweiligen Hauses entsprechende Wärmepumpe eingebaut werden. Die Hausanschlüsse werden über die BEW-Förderung bezuschusst. Die Genossenschaft ErdwärmeDich plant die Hausanschlüsse und die Wärmepumpe zu stellen. Weitere Umbauten im Haus, Dämmmaßnahmen und Heizkörperinstallationen müssen privat getätigt werden.

Was kostet der Anschluss und das Betreiben der Wärmepumpe?

Nach Abschluss der Bauarbeiten und Beginn der Nutzung tilgen die angeschlossenen Clustermitglieder anteilig die durch ErdwärmeDich vorfinanzierten Kosten in monatlichen Raten. ErdwärmeDich strebt eine Finanzierung über 20 Jahre an, für diesen Zeitraum wird auch die jeweilige Nutzungsgebühr erhoben. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ErdwärmeDich, für die eine einmalige Einlage von 500 € erforderlich ist. Beim Austritt aus der Genossenschaft wird diese Einlage wieder ausgezahlt. Die Genossenschaft haftet mit ihrem Vermögen, nicht die einzelnen Mitglieder mit ihrem Privatvermögen.

Die monatliche Gebühr richtet sich nach der Heizlast, also der Größe der in dem jeweiligen Haus benötigten Wärmepumpe. In der Nutzungsgebühr sind auch die Rückstellungen für Service, Reparaturen und Ersatzvornahmen sowie der Anteil an den Verwaltungskosten der Genossenschaft enthalten. Da die Wärmepumpe dezentral in jedem angeschlossenen Haus steht, entstehen die Verbrauchskosten für jeden Nutzer direkt. Die Stromrechnung zahlt weiterhin jeder für sich. Damit steuert jede/jeder seine Verbrauchskosten durch das eigene Heizverhalten.

Ist auch später noch ein Anschluss an das Anergienetz möglich?

Im Prinzip ja, aber es müssen natürlich dann trotzdem 20 Jahre lang die Nutzungsgebühr bezahlt werden.

Kostet Erdwärme nicht mehr als Gas- oder Ölheizungen?

Das Ziel besteht darin, dass die monatlichen Kosten insgesamt nicht höher ausfallen als die bisherigen Heizkosten. Nach allen Berechnungen der Genossenschaft ist dies realistisch. Da sich die Kosten für fossile Systeme in den nächsten Jahren jedoch dramatisch erhöhen werden, werden die kalten Netze sehr schnell deutlich günstiger sein als konventionelle Heizsysteme oder Fernwärme. Zudem darf die Genossenschaft keine Gewinne erwirtschaften und ist somit nicht profitorientiert wie große Energieversorger.

Betrachtet man die Vollkostenrechnung von Heizungen mit fossilen Brennstoffen und von Erdwärmeheizungen, dann liegen die Kosten einer Wärmepumpe aufgrund der deutlich geringeren Energiekosten klar unter denen einer Öl- oder Gasheizung. Dies gilt bereits bei Fortschreibung der heutigen Konditionen – und umso mehr bei den jederzeit möglichen und absehbaren Gaspreiserhöhungen sowie der zukünftig zu zahlenden CO₂-Umlage. Innerhalb der nächsten 20 Jahre kann daher deutlich günstiger geheizt werden als bisher mit Gas oder Öl.

Sind Luftwärmepumpen in einzelnen Haushalten nicht günstiger?

Auch Luft-Wärmepumpen können einer längerfristigen Kostenbetrachtung nicht standhalten. Denn selbst wenn die Anschaffungskosten bei Luftwärmepumpen heute geringer sein mögen, werden die Mehrkosten von Erdwärmepumpen durch den bis zu 30 % geringeren Stromverbrauch bereits mittelfristig schnell wettgemacht. Zudem ist der gemeinschaftliche Bau eines genossenschaftlichen Netzes mit den entsprechenden Mengenrabatten viel günstiger als eine individuell geplante Einzelanlage.

Was ist der Vorteil gegenüber Luft-Wärmepumpen?

Luft-Wärmepumpen sind in der Regel größer, verursachen mehr Lärm und brauchen für den Betrieb mehr Strom als Wasser-Wärmepumpen.

Warum Wasser-Wärmepumpen in einzelnen Haushalten? Können die überhaupt die erforderliche Leistung erbringen für mein Haus?

Ja, aus den Versorgungsleitungen eines Anergienetzes entnimmt jeder Haushalt die für seinen Wärmebedarf benötigte Menge an Sole. Die verteilten Erdsonden liefern sie an die Wärmepumpen. Durch eine fachgerechte Auslegung der Sonden kann der gesamte Wärmebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung gedeckt werden.

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